GERMANIA TOD IN BERLIN
Das theaterlabor bremen wagt sich an Heiner Müller
Patrick Schimanski inszeniert "Germania Tod in Berlin" / Premiere am 24. Juli um 20:00 Uhr im Concordia
HEINER MÜLLER SOIRÉE MIT GREGOR GYSI UND THOMAS IRMER
"Ich will nicht wissen, wer ich bin"
Film-Porträt über Heiner Müller
am 19.07.09 um 20:00 Uhr
mit anschliessender Podiumsdiskussion
Gäste: Gregor Gysi, Thomas Irmer und Patrick Schimanski
Es ist schon vertrackt. Sah manch westdeutscher Kritiker in Heiner
Müllers "Germania Tod in Berlin" einst ein Loblied auf die DDR, so
fürchtete sich das alte SED-Regime so sehr vor dem Text, dass das Stück
auf dem Index landete - und in der Bundesrepublik uraufgeführt werden
musste: 1978 in München, sieben Jahre nach seiner Vollendung. "Germania
Tod in Berlin" ist eher eine Collage denn ein formal
durchstrukturiertes Drama. Heiner Müller verfasste das Stück
gewissermaßen in zwei Etappen, schrieb die ersten Passagen bereits 1956
und schloss seine Arbeit 1971 ab.
So widersprüchlich die Rezeptionsgeschichte (siehe oben), so
offensichtlich die Notwendigkeit einer interpretationsfreudigen
Inszenierung des Stoffs. Das theaterlabor bremen scheut sich auch in
seiner sechsten Spielzeit nicht, mit "Germania Tod in Berlin" in bester
Tradition des Hauses wieder einmal ein Stück aufzuführen, an welches
sich die deutschen Stadttheater nur selten heran wagen. Und wie schon
im Vorjahr, als das Ensemble mit großem Erfolg Ernst Tollers "Masse
Mensch" sowie Rainald Goetz? "Jeff Koons" auf die Bühne brachte, heißt
der Regisseur am theaterlabor Patrick Schimanski.
In seinen Augen handelt es sich bei Müllers "Germania" weder
um ein Loblied auf die DDR, geschweige denn auf den Sozialismus, noch
um ein a priori systemkritisches Werk. Für Schimanski besteht die
Quintessenz des Stücks vielmehr darin, dass es das Scheitern generell
aller revolutionären Aufstände in der deutschen Geschichte aufzeige. Es
ist für ihn ein ideales "Jubiläumsstück": prädestiniert, um es zum
60-jährigen Bestehen der Bundesrepublik aufzuführen ebenso wie zum
20-jährigen Jubiläum des Mauerfalls. Wie genau der Regisseur den
schweren Text aufzubereiten gedenkt, möchte er noch nicht verraten.
Allein soviel steht fest: Schimanski will "Germania Tod in Berlin" mit
Schlagern aus der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders konterkarieren.
Wir sind gespannt!
Mehr dazu am 24 Juli. Dann erlebt "Germania Tod in Berlin"
seine Premiere im Concordia.
Weitere Termine:
25.07.09 (Samstag), 20:00 Uhr
29.07.09 (Mittwoch), 20:00 Uhr
30.07.09 (Donnerstag), 20:00 Uhr
31.07.09 (Freitag), 20:00 Uhr
* * * * Termine im August* * * * *
01.08.09.(Samstag), 20:00 Uhr
02.08.09.(Sonntag),20:00 Uhr
04.08.09.(Dienstag),20:00 Uhr
06.08.09. (Donnerstag, 20:00 Uhr
07.08.09. (Freitag), 15:00 Uhr Letzte Vorstellung im Anschluss Party!!!
Karten gibt es über das theaterlabor
bremen unter der Rufnummer 0421 98 68 966 oder per Email:
karten@theaterlab.de